Pamilacan Island – Delfine springen und tanzen | SOMEWHERE ELSE
FERNWEHKOST

Pamilacan Island – Delfine, Korallengarten und ein Dorf voller Tiere

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Land in Sicht. Eine kleine Insel. Bambushütten am weißen Sandstrand. Eine davon wartet auf uns. Ein Hund begrüßt schwanzwedelnd unser Boot. Dunkelblaufarbenes, stellenweise türkisfarbenes Wasser. Feine Salzkristalle haben sich bei der Überfahrt auf meiner Haut festgesetzt. Beim Verlassen des Bootes spüre ich den feinen Sand unter den Füßen. Das fühlt sich gut an. Die Sonne versteckt sich hinter einer dicken, grauen Wolkendecke. Ankunft auf Pamilacan Island, ein kleines Fleckchen Erde vor Bohol.

Rückblick. Es regnet in Strömen. Tag drei auf Bohol. Nach Kinobesuchen im Einkaufscenter mit Popcorn und amerikanischen Actionfilmen, einer Inseltour mit Bebot ins Landesinnere, auf der er uns die Tarsiere mit ihren riesigen Kulleraugen, eine Butterfly Farm, die Chocolate Hills, Kirchen und Märkte zeigt, gehen uns die Ideen aus, wie wir dem Regen noch entfliehen können. Ich sehne mich nach Sonnenschein. Trotzdem spüre ich eine Zuneigung für das Land, die Menschen, die Natur, die immer größer wird.

Eigentlich wollen wir weiter auf eine kleine Insel namens Pamilacan. Sie liegt 12,5 km südlich von Bohol. In den Gewässern um die Insel sind Wale und Delfine zu Hause. Eine Insel, die glückliche Einsame-Insel-Stimmung verspricht. Für Ruhesuchende genau der richtige Ort. Aber warum fahren wir nicht einfach trotzdem hin? Das Wetter ist hier und dort nicht besonders, ein Ortswechsel verlockend. Und wer kann schon wissen, wie schnell der Regen nachlässt, die Sonne wieder rauskommt.

Auf, auf nach Pamilacan Island

Am Bootspier von Baclayon werden wir von Raymond und seiner Tante Mary von Mary‘s Cottage herzlich begrüßt. Dann nehmen wir Fahrt auf in Richtung Pamilacan Island.

Die Insel ist klein. Unterkünfte für Touristen kann man an einer Hand abzählen. Hier findest du einen Ort vor, an dem du deine Zeit mit den Einheimischen verbringst. So wie sie leben, fernab von Touristenhochburgen.

Pamilacan Island – Bambushütte am Strand | SOMEWHERE ELSE

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Pamilacan Island – Haus im Dorf | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – am Strand mit Blick auf Boot im Meer | SOMEWHERE ELSE

Willkommen auf dem Bauernhof

Ein erster langer Spaziergang über die Insel, die einem großen Bauernhof gleicht: überall sind Hühner, Schweine, Ziegen, Kühe, Hunde und Katzen unterwegs. Die Menschen grüßen freundlich mit einem Lächeln auf dem Gesicht und wirken absolut tiefenentspannt. Das mag ich so sehr an Inselbewohnern. Sie kennen keine Hektik und keinen Stress, so weit entfernt von der Zivilisation.

Hier leben etwa 2000 Menschen, zur Zeit etwa 1000. Die anderen sind zum Arbeiten auf den größeren Inseln und kommen erst im Sommer zurück nach Pamilacan. Seit 1992 ist der Walfang verboten – das frühere Haupteinkommen der Menschen hier. Heute schützen sie die Wale und Delfine, werden von der Regierung ausgebildet und nehmen Reisende mit auf Wal- und Delfin-Beobachtungstouren oder zum Schnorcheln in den Marinepark mit.

Pamilacan Island – Mutterschein und ihre Ferkel schlafen | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Lamm auf der Wiese| SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Familie auf Roller | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – schlafende Katze | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Frauen beim Wäschewaschen| SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Ferkel und Huhn | SOMEWHERE ELSE

Hund Baguise gehört zu unserer Familie und hat uns bereits bei der Ankunft freudig begrüßt. Jetzt begleitet er uns auf unserem Spaziergang über die Insel.

Pamilacan Island – Unser Hund Baguise | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Boote am Strand | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Boot mit Fischernetz am Strand | SOMEWHERE ELSE

Basketball ist die Sportart Nummer eins auf den Philippinen und obwohl Pamilacan nicht besonders groß ist, entdecken wir einige Basketballkörbe über die Insel verteilt. Außerdem gibt es noch eine Schule, eine Kirche und ein paar kioskähnliche Läden.

Pamilacan Island – Kinder spielen Basketball | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Kuh steht neben Basketballkorb | SOMEWHERE ELSE

Bungalowglück am weißen Strand

Unsere Unterkunft ist im Norden der Insel. Die Familie mit Mary, ihrer Schwester und ihrem Sohn Raymond sind total lieb und kümmern sich rührend um uns. Bis auf zwei Tage sind wir die einzigen Gäste. Unser Bungalow ist riesig und sehr basic: ein Bett mit Moskitonetz, zwei Stühle und die Dusche ist ein großer Wasserkübel mit Eimer zum Schöpfen. Strom gibt es nur abends.

Pamilacan Island – Mary’s Cottage | SOMEWHERE ELSE

Zu Essen gibt es zum Frühstück Pancakes und Spiegeleier, mittags und abends reichlich leckeren Fisch, manchmal Hühnchen, mit Reis und Gemüse und frisches Obst wie Mangos und Bananen oder karamellisierte Bananen. Auf die einfache und liebevoll zubereitete Familienkost freue ich mich jeden Tag.

Pamilacan Island – Gemüse und karamelisierte Bananen | SOMEWHERE ELSE

Den Strand haben wir die nächsten Tage meist für uns allein. Teilen ihn nur gelegentlich mit ein paar Fischern, vielleicht zwei, drei anderen Reisenden und spielenden Hunden. Nachmittags kommen zwei Mal Tagesausflügler von Bohol. Ich genieße die Ruhe, das Rauschen des Meeres. Freue mich über die Stunden mit Sonnenschein und die Wärme. Denn ich muss mich warm anziehen, wenn die Sonne wieder hinter der dicken Wolkenwand verschwindet und ein frischer Wind aufzieht.

Pamilacan Island – Hütte am Strand mit Blick auf Meer | SOMEWHERE ELSE

Der Korallengarten gehört uns allein

Der Korallengarten ist ein Schnorchelparadies. Die Sicht ist unglaublich klar und weit. An der Riffkante blicke ich auf blauestes Blau. Hier ist die Artenvielfalt von Korallen, Fischen und Seesternen groß. So viele habe ich davon noch nie gesehen. Am dritten Tag sind die Wellen so stark, dass wir nicht Schnorcheln können, dafür scheint die Sonne.

Pamilacan Island – Seestern zwischen Seegras | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Schnorcheln im Korallengarten mit Clownfischen | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Schnorcheln am Korallenhang | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Schnorcheln im blauen Meer | SOMEWHERE ELSE

Schnorcheln im Marinepark ist per Boot und Bootsmann möglich. Hier ist das Fischen verboten, um die Artenvielfalt zu erhalten. Etwas weiter vom Strand entfernt, ist das Meer tiefer und die Fische sind größer und es gibt noch mehr wunderschöne Korallen. Nach dem Schnorcheln ist die richtige Zeit zum Entspannen und Lesen am Strand. Später noch eine Massage.

Ruinen und Hähne

Dort stehen auch die Ruinen einer ehemaligen spanischen Festung, die als Wachturm genutzt wurde, um nach Feinden wie Piraten Ausschau zu halten.

Und jeden Tag grüßt das Murmeltier … nein, der Hahn und nicht nur einer, sondern noch einer und noch einer …

Pamilacan Island – Ruinen eines alten Wachturms | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Hahn auf Wiese | SOMEWHERE ELSE

Einsamer Strand, Seeigel und spielende Kinder

Bei einem weiteren Spaziergang über die Insel, gehen wir dieses Mal entlang des langen weißen Sandstrandes an der Ostküste. Hier kommt Einsame-Insel-Stimmung auf. Wir treffen auf einen Fischer, der Seeigel sammelt. Seine Frau sitzt am Strand und verarbeitet sie weiter: entfernt die Stacheln und höhlt sie aus. Die Seeigel werden hauptsächlich roh mit Reis gegessen.

Pamilacan Island – einsamer Sandstrand | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – rote Koralle am Strand | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Hund begleitet uns an Sandstrand | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Fischer sammelt Seeigel | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Frau höhlt Seeigel aus | SOMEWHERE ELSE

Auf der Südseite der Insel begegnen wir einer Schar Kinder, die uns freudig begrüßt und fröhlich umhertobend begleitet. Über jedes High-Five mit uns freuen sie sich riesig und das macht mich genauso fröhlich.

Pamilacan Island – spielende Kinder | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Fischernetz im Dorf zum Trocknen | SOMEWHERE ELSE

Eins, zwei, drei, vier, viele Delfine

Neben allem was dieser wundervolle Ort zu bieten hat, sind das beste die täglich vorbeiziehenden Delfine. In den Monaten Februar und März kannst du hier mit etwas Glück sogar Wale und Walhaie sehen. Früh morgens starten wir mit unserer Delfin-Beobachtungstour. Micha und ich, Raymond und ein Fischer. Von unserem Strand aus fahren mit dem Boot um die Insel. Mit morgendlichem Sonnenschein, der auf dem Meer herrschenden angenehmen Ruhe halten wir Ausschau. Eigentlich könnte ich total entspannt sein, aber die Vorfreude und der Wunsch Delfine zu sehen, halten mich davon ab und ich bin tatsächlich ganz aufgeregt.

Dann sehen wir die ersten Flossen aus dem Wasser auf- und wieder abtauchen. Es werden immer mehr und immer regelmäßiger bekommen wir sie zu Gesicht. Eine Gruppe von etwa fünfzig Tieren. Wow! Raymond erzählt uns, dass es hier keine Seltenheit ist bis zu 200 Tiere zu sehen. Atemberaubend die Delfine beim Schwimmen, Springen und sogar Pirouettendrehen zu beobachten. Zum Schutz der Tiere halten wir ausreichend Abstand, trotzdem bin ich ihnen so nah wie noch nie und sehe zum ersten Mal so viele auf einmal. Einfach fantastisch!

Pamilacan Island – Delfine schwimmen | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Delfine schwimmen | SOMEWHERE ELSE

Pamilacan Island – Delfine springen | SOMEWHERE ELSE

Wir hatten Glück, der restliche Tag wird grau, windig und regnerisch. Aber der Morgen war einfach perfekt. Die Tage vergehen genauso schnell wie sich Sonne und Wolken abwechseln. Die Insel, die freundlichen Menschen, unsere lieben Gastgeber, die Natur, das Essen, das Schnorchelparadies vor der Tür, Pamilacan ist einfach wundervoll und verspricht Tage voller Glück und Ruhe mit vielen Tieren.

Wo ist dein Glücksparadies, dein Ort der Ruhe? Erzähl mir davon in den Kommentaren.

Anreise:

von Bohol:
Bootstransfer mit typischem Auslegerboot von Baclayan nach Pamilacan über Unterkunft organisieren, etwa 21 Euro hin und zurück pro Person
oder
über öffentliche Bootsverbindungen informieren, gibt es mit etwas Glück von Baclayon, weitaus günstiger
Dauer: etwa eine Stunde

Unterkunft:

Mary’s Cottage (Tourist Inn and Restaurant)
Vollpension etwa 28 Euro für zwei Personen pro Nacht

Schnorcheln im Marinepark:

Mit Boot und Bootsmann für etwa 3 Euro pro Person

Delfinbeobachtung:

Mit Raymond und Fischer mit Auslegerboot für etwa 8 Euro pro Person

Illustration – Reiseblog | SOMEWHERE ELSE

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