Kueche im Camp auf Palawan | Philippinische Kueche | SOMEWHERE ELSE
LECKERBISSEN

Entdecke die philippinische Küche beim Camping am Strand

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Am Strand von Port Barton auf Palawan werden wir von einem Boot abgeholt, das uns zu einem Strand bringt, der nur per Wasserweg erreichbar ist. Das klingt schon ziemlich vielversprechend. Denn nach eher hektischen Tagen in El Nido sehnen wir uns nach absoluter Ruhe. Wir haben uns nicht zu früh gefreut. Erst einmal die Flipflops aus, wir sind in einem kleinen Paradies am einsamen Palmenstrand mit türkisblauem Meer gelandet.

Strand im Camp auf Palawan – Philippinische Kueche | SOMEWHERE ELSE

Unter Palmen und von Hibiskus umringt sind die Zelte des Camps zu sehen. Zelten am Strand, was für eine traumhafte Vorstellung! Aber es ist kein typisches Camp mit einfachen Zelten, denn in jedem steht ein richtiges Bett. Dazu werden wir hier auch noch kulinarisch traumhaft versorgt. Komm mit und ich zeige dir, was es in der philippinischen Küche von Thelma zu entdecken gibt.

Zelt am Strand auf Palawan – Philippinische Kueche | SOMEWHERE ELSE

Thelma kommt von den Philippinen und lebt die eine Hälfte des Jahres hier und die andere in Kanada. Mit ihrem Mann Toby führt sie das Camp und was das Tollste ist, sie kocht leidenschaftlich gerne. In der Küche helfen außerdem Baby 1 und Baby 2, die zu ihren Spitznamen aufgrund der gleichzeitigen Schwangerschaft gekommen sind. Je nach Bedarf springen noch andere Filipinos ein. Zusammen zaubern sie drei Mahlzeiten am Tag für die Gäste der sieben Zelte im Camp.

Einblicke in die philippinische Küche

Die philippinische Küche hat ihre Einflüsse aus der malaiischen, der indischen, der chinesischen, der arabischen, aber auch der spanischen Kultur, jedoch generell nicht den besten Ruf im Vergleich zu Ländern wie Thailand und Vietnam. Die Küche ist sehr fleischlastig und auch Gemüse hat meist eine Fleischzugabe für den Geschmack. Außerdem sind die Gerichte nicht so geschmacksintensiv wie in anderen asiatischen Ländern, sondern mild gewürzt.

An den Straßenständen findest du hauptsächlich Barbecues mit Fleisch und Fisch. Typische Straßenrestaurants, die einen Tisch voll Kochtöpfe mit der Auswahl an Speisen bereitstellen, gibt es an öffentlichen Plätzen. In Restaurants ist Adobo (in Sojasauce, Essig, Zwiebeln und Knoblauch geschmortes Hühner- oder Schweinefleisch) ein typisches philippinisches Gericht. Bei den jährlich stattfindenden Fiestas bestimmen Spanferkel traditionell das Bild. Auf Märkten findest du eine große Auswahl an Früchten wie Mangos, Ananas, Melonen, Papaya und Bananen.

Die Tage im Camp

Schon das erste Mittagessen ist vielversprechend: Fisch mit Reis, gebratene Nudeln, Gurkensalat und zum Nachtisch frittierte Bananen. Eine einfache Küche, raffiniert und lecker zubereitet. Den Nachmittag verbringe ich mit einem Buch in der Hängematte, zum Sonnenuntergang gibt es am Strand eine frische Kokosnuss, Gitarrenmusik und Lagerfeuer. Kann es etwas Schöneres geben?

Sonnenuntergang auf Palawan – Philippinische Kueche entdecken | SOMEWHERE ELSE

Die Vorfreude ist schon groß und auch zum Abendessen werden wir wieder kulinarisch verwöhnt. Es gibt Banana Blossom Gemüse (das sind gekochte Bananenblüten), gegrillten Fisch, gedünstetes Gemüse wie Spinat, Karotten, Paprika, Reis und zum Nachtisch dieses Mal Wassermelone und Ananas. Ich stehe total auf diese einfache philippinische Küche und genieße ganz besonders den täglich frischen Fisch.

Danach ist klar, hier würde ich der Köchin gerne einmal über die Schulter in ihre Kochtöpfe schauen. Wie es scheint, bin ich wohl der erste Gast mit solch einem Anliegen und Toby und Thelma stimmen etwas verwundert, aber freudig für den nächsten Tag zu.

Frühstück mit Meerblick

Übrigens ist auch das Frühstück fantastisch. Zur Auswahl stehen Bananenpancakes, so fluffig hatte ich sie noch nie, Oatmeal mit Honig, Rührei oder Toast. Dabei handelt es sich ganz klar um ein westlich orientiertes Frühstück. Die Filipinos selbst beginnen den Tag mit gebratenem Reis mit etwas Knoblauch, Spiegeleiern und einem Würstchen „Longaniza“ mit ein paar Tomaten- oder Gurkenscheiben. Das Beste am Frühstück ist jedoch die Aussicht. Alle Gäste sitzen an einem Tisch aus Stein und Holz mit Blick auf das Meer. Herrlich!

Fruehstueck mit Meerblick auf Palawan – Philippinische Kueche | SOMEWHERE ELSE

In der philippinischen Campküche

Nach einem traumhaften Tag mit Kanutour entlang der Küste, Spaziergang zum Wasserfall und auf die gegenüberliegende, unbewohnte Insel, stehe ich nun in der Küche für Entdeckungen bereit.

Kinilaw, ein Gericht aus rohem Fisch, ähnlich wie Ceviche aus Südamerika oder Poisson Cru aus Französisch Polynesien, steht heute auf dem Plan. Ich liebe dieses Gericht in all seinen Variationen und hatte schon die ganze Zeit auf eine Gelegenheit gewartet in den Genuss der philippinischen Variante zu kommen. Perfekt! Neben rohem Fisch kommen Gurke, rote Zwiebeln, scharfe Chili, Knoblauch, Ingwer, Calamansisaft (das ist eine Zitrusfrucht), Essig und Kokosmilch dazu. Als großer Fan von Ceviche, habe ich mich besonders gefreut bei der Zubereitung zusehen zu können.

Kinilaw – Philippinische Kueche | SOMEWHERE ELSE

Während Baby 1 und 2 fleißig schnippeln und Thelma meist schweigend, aber mit spürbarer Leidenschaft ein Gericht nach dem nächsten kocht, stelle ich ihr immer wieder Fragen und folge ihr auf Schritt und Tritt. Sie erzählt mir, welche Gerichte heute auf dem Speiseplan stehen, dass Knoblauch, Zwiebel, Ingwer, Chili und Sojasoße zu ihren Grundzutaten gehören. Sie ist von Beruf Modedesignerin, hat aber schon immer eine Leidenschaft für das Kochen.

Vorbereitung Mittagessen – Philippinische Kueche | SOMEWHERE ELSE

Die Küche macht auf mich einen sehr ordentlichen und gut organisierten Eindruck. Alles scheint an einem festen Platz zu sein. Küchenhelfer sind ordentlich aufgereiht, Gewürze, frisches Gemüse und Obst stehen griffbereit. Mit geübten Handbewegungen wird geschält, geschnitten, gerieben, gebraten, gerührt. Es duftet lecker und mein Magen fängt langsam an zu knurren.

Kochen im Wok auf Palawan – Philippinische Kueche | SOMEWHERE ELSE

Heute gibt es außerdem noch ein Gemüsekokoscurry, Krabben, Schwein und Salat. Was natürlich auch nicht fehlen darf, das Dessert! Karamellisierte Zimtbananen in Kokosmilch. Ich sage dir, ein Traum!

Zimtbananen in Kokosnussmilch – Philippinische Kueche | SOMEWHERE ELSE

Essen im Camp auf Palawan – Philippinische Kueche | SOMEWHERE ELSE

Da wir den tollen Tag mit Sternegucken und Meeresleuchten am Strand beenden, müde und glücklich in unser Campbett fallen und du auch in einen freudigen Genuss kommen sollst, gibt es für die Naschkatzen das Rezept für:

Palawan Camping Rezept karamelisierte Bananen – Philippinische Kueche | SOMEWHERE ELSE

Karamellisierte Zimtbananen in Kokosmilch für
2 bis 4 Personen

4 mittelgroße reife Bananen
5 EL bzw. 75 g brauner Zucker
5 TL Zimt
400 ml Kokosmilch aus der Dose

Die Bananen in Scheiben schneiden. Wok erhitzen, Bananen und Zucker dazugeben, umrühren. Sobald der Zucker geschmolzen ist, Zimt dazugeben, weiter umrühren. Mit Kokosmilch ablöschen, kurz aufkochen lassen und dann vom Herd nehmen. Servieren und genießen!

Übrigens ist nicht nur die philippinische Küche von Thelma ein Geheimtipp, sondern das Camp an sich. Mehr dazu in einem anderen Artikel …

Meine Erfahrung mit der philippinischen Küche

Zuhause bei den Filipinos schmeckt es ganz klar am besten. Die Straßenrestaurants „Tura-Tura“ mit ihren Kochtöpfen haben auch einiges zu bieten, hauptsächlich Fleischlastiges, aber auch Gemüse, Frühlingsrollen „Lumpia“ und gebratene Nudeln, manchmal auch Fisch und dazu natürlich Reis. Hier kannst du in die Kochtöpfe schauen, dich vom Duft der Speisen leiten lassen und wählen, was dir Appetit macht. Das Essen ist günstig und gut und du hast die Möglichkeit einige typisch philippinische Gerichte auszuprobieren. Nur einmal habe ich daneben gegriffen und bin hungrig weitergezogen, weil es einfach überhaupt nicht lecker war, was mir in Südostasien bisher wirklich ganz selten passiert ist.

Mit frisch gegrilltem Fisch kannst du nicht viel falsch machen, der ist immer sehr lecker. Dazu einfach gedünstetes Gemüse wie Auberginen, Bohnen, Kürbis und Reis lösen zwar keine Geschmacksexplosionen aus, ergeben aber eine ach so leckere Inselmahlzeit. Zum Nachtisch frisches Obst wie Mangos, hier gibt es einfach die süßesten Mangos, Bananen, Papayas oder Ananas und ich bin absolut glücklich. Zur Erfrischung zwischendurch schmeckt ein Calamansisaft oder eine frische Kokosnuss.

Kokosnuss im Camp auf Palawan – Philippinische Kueche | SOMEWHERE ELSE

Mein Tipp, such dir hin und wieder ein Homestay mit Verpflegung als Unterkunft und lass dich kulinarisch verwöhnen. Das Glück hatte ich auch auf der Insel Pamilican in Mary’s Cottage oder auf einer Islandhopping-Tour mit Armando in Port Barton. Er und ein Fischer haben das wohl beste Picknick am Strand gezaubert, wovon ich dir bei Gelegenheit auch noch berichten werden.

Auf was hast du jetzt Appetit bekommen? Wie schmeckt dir die philippinische Küche?

Aus der Reihe Küchengeschichten

Informationen für deinen Trip ins Camp findest du hier:
Palawan Camping

 

Illustration – Reiseblog | SOMEWHERE ELSE

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2 Kommentare

  1. Liebe Yvonne,
    allein das Rezept für karamellisierte Zimtbananen war schon der Besuch deiner Seite wert. Die habe ich mir bei Pinterest aufgehoben. Wo ich schon die gebackenen Bananen mit Honig so liebe! Ein Kochkurs für die philippinische Küche, das ist doch mal ein tolles Urlaubserlebnis! Jetzt kannst du auch nach deiner Reise von dem Land träumen und die Gerichte schlemmen. Das würde mir auch Spaß machen.
    Liebe Grüße
    Renate

    • Liebe Renate,

      das freut mich sehr, vielen Dank für deine lieben Worte. Oh ja, gebackene Bananen mit Honig sind auch ein Traum! Wie du schon geschrieben hast, ist das die perfekte Möglichkeit nach einer Reise in den Erinnerungen zu schwelgen und sich die Erlebnisse noch einmal auf der Zunge zergehen zu lassen. Ich habe auch schon einen Kochkurs in Vietnam gemacht und möchte sehr gerne noch einen in Thailand besuchen. Außerdem versuche ich mehr und mehr Rezepte von Menschen zu sammeln, denen ich auf meinen Reisen begegne. Kulinarische Erinnerungsreisen sind etwas ganz wunderbares. Probiere es doch selbst mal aus auf und nach einer deiner Reisen!

      Liebe Grüße
      Yvonne

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